
2012 markierte einen bedeutenden Meilenstein für Marshall. Es waren fünfzig Jahre vergangen, seit Jim Marshall den ersten Verstärker gebaut hatte, der den Sound der Rockmusik maßgeblich prägen sollte. Selbst mit 88 Jahren waren Jims Antrieb und seine Liebe zur Marke so stark wie eh und je.
Um das goldene Jubiläum zu würdigen, läutete Marshall das Jahr auf der NAMM mit der Ankündigung von fünf ganz besonderen 1-Watt-Topteilen und Combos ein. Diese in Großbritannien gefertigten, vollröhrenbetriebenen Limited Editions standen jeweils für eines der fünf vergangenen Jahrzehnte. Sie wurden im 11-Wochen-Rhythmus veröffentlicht und machten das gesamte Jahr zu einer einzigen Feier des Sounds. Jedes der 50th-Anniversary-Modelle war von den ikonischsten Marshall Amps des jeweiligen Jahrzehnts inspiriert: der JTM für die 1960er, der JMP für die 1970er, der JCM für die 1980er, der DSL für die 1990er und der JVM für die 2000er. Trotz ihrer kompakten Größe behielten die Verstärker die volle Marshall Röhrenpower bei. Ein Low-Power-Schalter reduzierte die Leistung auf 0,1 Watt und machte sie so „wohnzimmerfreundlich“. Wobei das Guitarist Magazine schon damals anmerkte, dass sie „immer noch laut genug für lohnendes Üben und hochwertige Aufnahmen“ seien. Jeder Verstärker wurde zudem mit einer speziellen 50th-Anniversary-Plakette versehen und wurde so zum Traum für Sammler. Natürlich wäre das 50. Jubiläum von Marshall nicht komplett ohne einen legendären 1962 Bluesbreaker Combo. Marshall schuf einen handverdrahteten MKII Bluesbreaker, der ausschließlich zusammen mit einer gealterten Goldtop Gibson Les Paul verkauft wurde. Mit nur 50 Einheiten weltweit war dies die perfekte Hommage an das originale Combo-Modell der zweiten Serie von 1962 und ein absolutes Highlight für Sammler.
Eine legendäre feier in Wembley. Ein Jubiläum wie dieses verlangte nach einer noch größeren Feier. Zu diesem Zeitpunkt fertigte Marshall täglich bis zu 200 Verstärker an, und sein Einfluss erreichte Musiker auf der ganzen Welt. Im September 2012 wurde dieses Erbe mit einer gigantischen Show in der Wembley Arena in London gefeiert. Das Event versammelte Mitglieder weltberühmter Bands wie Iron Maiden, Slipknot, Slayer und The Cult sowie Gitarrenlegenden wie Yngwie Malmsteen und Joe Satriani. Iron-Maiden-Drummer Nicko McBrain moderierte die Show und brachte das Gefühl vor dem Auftritt auf den Punkt: Jim Marshall und sein team haben den sound der rockmusik für die ewigkeit geprägt. Die Show bot drei Stunden geballte Energie, quer durch Generationen und Genres. Metal, Blues und Rockklassiker erfüllten die Arena – von Motörheads Ace of Spades bis zu B.B. Kings Rock Me Baby. Wände aus Marshall-Stacks hielten, was die Warnschilder versprachen: massive Lautstärke und pure Rock-’n’-Roll-Energie.
Das vermächtnis von Jim Marshall ehren. Die Feierlichkeiten gewannen noch mehr an Bedeutung, da Jim Marshall kurz zuvor, am 5. April 2012, verstorben war. Bekannt für seine unermüdliche Arbeitsmoral, blieb er bis weit in seine Achtziger eng in das Unternehmen eingebunden. Oft arbeitete er bis spät in die Nacht und blieb dem Handwerk, das er liebte, stets treu. Jedes Jahr am 5. April gedenkt das Unternehmen Jim mit dem „Father of Loud Day“. Heute ist Jims Einfluss in allem spürbar, was Marshall entwickelt. Sein Fokus auf Qualität, die Liebe zum Detail und sein einzigartiges handgeschriebenes Logo bilden das Herzstück jedes Marshall Verstärkers. Auch nach über 50 Jahren ist der Sound, den er miterschaffen hat, so kraftvoll wie eh und je.





