Unsere Wurzeln

Pure Lautstärke für Generationen

VERÖFFENTLICHT: 17. JUNI 2026

Zwei Leute spielen Gitarre und singen auf der Bühne

Mitte der 1960er schwappte die Beatlemania über den Atlantik, und britische Bands wie The Rolling Stones, The Kinks und The Small Faces eroberten die Herzen des amerikanischen Publikums. Doch mit den wachsenden Menschenmengen entstand ein neues Problem: Das Kreischen tausender Fans konnte die Musik leicht übertönen, und groß leistungsstarke PA-Systeme waren noch Jahre davon entfernt, zum Standard zu werden.

Gitarristen mussten lauter werden. Und genau hier kam Marshall ins Spiel.

Die geburtsstunde der 4x12 box. Alles begann in den frühen 1960ern, als Marshall die 4x12 Box entwickelte. Dieses Design brachte vier 12-Zoll-Lautsprecher in einem Gehäuse unter und bot den Musikern deutlich mehr Power als die kleineren Boxen zuvor. Die ersten Versionen wurden in Jims Garage mit Hilfe von Ken Gallagher und Ken Bran gebaut und vom Gehäusebauer Micky Gordge fertiggestellt.

David Bowie spielt als Mitglied seiner Band auf Tournee bei einem Konzert im Jahr 1978

Grösserer sound für grössere bühnen. 1965 stieg die Nachfrage nach einer noch größeren Box, die zu Marshalls neuen 100-Watt-Verstärkern passen sollte. Marshall entwickelte einen 8x12 Prototypen, doch dieser war schlicht zu schwer für die Roadcrews. Die Lösung war so einfach wie genial: Zwei 4x12 Boxen übereinander stapeln, statt eine riesige zu verwenden. So entstand der Marshall Stack. Von den späten 1960ern bis in die 1970er wurde der Stack zu einem festen Bestandteil von Rockkonzerten. Bands wie Led Zeppelin und Black Sabbath liebten diesen Sound, und gewaltige Wände aus Marshall Boxen wurden zum Symbol purer Power für Künstler wie Motörhead und AC/DC.

ICH HABE IHM GESAGT, DASS MAN DAS NIEMALS HEBEN KANN – UND ICH HATTE RECHT… ALSO HABEN WIR DIE BOX EINFACH IN ZWEI GETEILT UND ÜBEREINANDERGESTELLT.

– JIM MARSHALL

Von der praktischen lösung zur kultikone. Mit der Zeit entwickelte sich der Stack von einer praktischen Lösung zu einer Ikone der Live-Performance. Auch außerhalb des Rock setzten Künstler auf seine unverwechselbare Präsenz. Das französische Elektro-Duo Justice tourte mit beeindruckenden Marshall Backlines, während Jay-Z ganze Wände aus Marshall Verstärkern einsetzte, um die Wirkung seiner Shows zu verstärken. Mehr als 50 Jahre nach seiner Entstehung ist der Marshall Stack immer noch eines der markantesten Bilder auf der Bühne. Was als Versuch begann, die Lautstärke zu erhöhen, prägte letztlich den Sound und die Ästhetik der Live-Musik für Generationen.

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